Haben Aerosolpartikel Einfluss auf Extremwetterereignisse? Messungen auf dem Feldberg.

news_SwabianMOSES_2023KIT/ Jens Nadolny

Swabian MOSES 2023 ist eine Messkampagne von Helmholtz-Forschungszentren und baden-württembergischen Universitäten zu hydro-meteorologischen Extremen (z.B. Hitze, Trockenheit, Starkniederschläge und Überflutungen).

Neben dem Einfluss der auch in Deutschland in den letzten Jahren häufig aufgetretenen Hitze- und Trockenperioden auf die Vegetation und ganze Ökosysteme, wirken sich solche Extremereignisse auch auf die Konzentrationen von Spurengasen und Aerosolpartikeln in der Atmosphäre aus. Daher ist es auch von großem Interesse, wie sich Hitze, Dürre, Bodenfeuchte und meteorologische Parameter auf die räumliche Verteilung, Anzahlkonzentration, Zusammensetzung und Größenverteilung von Aerosolpartikeln auswirken und inwieweit es Rückkopplungen zu meteorologischen Phänomenen gibt.

Die Bildung von Eispartikeln in hochreichenden (konvektiven) Wolken wie Gewitterwolken beeinflusst den daraus resultierenden Niederschlag und die Wolkenentwicklung. Die Eisbildung wird durch eisbildende Partikel (INPs) ausgelöst, die eine sehr kleine Teilmenge der gesamten Aerosolpartikel darstellen. Während der Messkampagne werden INPs quasi kontinuierlich in der Nähe von konvektiven Wolken gemessen. Die INP-Konzentrationen werden mit anderen Aerosolpartikelmessungen (z.B. chemische Zusammensetzung) und meteorologischen Parametern verglichen, um die Rolle von Aerosolpartikeln und INPs bei der Bildung von besonders hochreichenden konvektiven Wolken, die sich zu schweren Gewittern auswachsen können, zu untersuchen.

Unseren Untersuchungen auf dem Feldberg gingen ähnliche Messungen im Neckartal bei Rottenburg im Jahr 2021 voraus (Kunz et al, 2022).

Kontakt

Dr. Harald Saathoff